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Wissen > MHD

MHD (Medical History Disregarded): Was bedeutet das?

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Beratung zu MHD und Gruppen-Krankenversicherung

Keine Einzel-Gesundheitsprüfung

Vorerkrankungen oft mitversichert

Typisch bei Gruppenverträgen

Internationale Krankenversicherung für Teams

Abgrenzung Moratorium & FMU

Mindestgruppengröße beachten

Unabhängige Tarifberatung

Kurzantwort

MHD (Medical History Disregarded) ist ein Aufnahmeverfahren bei privaten EU- und internationalen Krankenversicherungen, bei dem die individuelle Krankengeschichte nicht geprüft wird. Vorerkrankungen sind oft von Anfang an mitversichert — typischerweise bei Gruppenverträgen (z. B. Arbeitgeber), nicht als Standard-Einzelabschluss. Tutario erklärt die Abgrenzung zu Moratorium und FMU.

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Tutario als unabhängiger Spezialmakler

Tutario vergleicht und vermittelt internationale und europäische Krankenversicherungen mit unterschiedlichen Underwriting-Modellen — Moratorium, FMU oder MHD. Wir erklären transparent, welches Verfahren zu Ihrer Situation passt — ob Einzelabschluss oder Gruppenvertrag.

Das Wichtigste in Kürze

MHD steht für Medical History Disregarded — die Krankengeschichte wird nicht einzeln bewertet.
Bei MHD entfällt in der Regel der Gesundheitsfragebogen für jedes Gruppenmitglied; Vorerkrankungen sind oft sofort mitversichert — tarifabhängig.
MHD ist typisch für Gruppenverträge (Arbeitgeber, internationale Teams) — Versicherer setzen oft eine Mindestgruppengröße (z. B. ab 10 Köpfen).
Beiträge liegen meist höher als bei Moratorium oder FMU, weil der Versicherer das Risiko der gesamten Gruppe übernimmt.

Für wen ist das geeignet — und für wen nicht?

Für wen MHD interessant ist

  • Arbeitgeber und HR-/Benefits-Teams mit internationalen Mitarbeitenden, die Vorerkrankungen ohne Fragebogen absichern und ein starkes Recruiting-Signal setzen wollen
  • Gruppen mit Mitgliedern, deren Vorerkrankungen beim Moratorium dauerhaft ausgeschlossen wären
  • Expats, Auswanderer und digitale Nomaden als Gruppenmitglied (Arbeitgeber-/Rahmenvertrag) — als Einzelperson eher Moratorium oder FMU

Wann eher andere Modelle prüfen

  • Einzelabschluss ohne Gruppe — MHD ist selten verfügbar; eher Moratorium oder FMU
  • Kleine Teams unter der Mindestgröße — ggf. nur Conditional MHD mit Fragebogen
  • Bei knappem Budget — Moratorium oder FMU sind oft günstiger; Kurzreise/EHIC ersetzt keine EUKV-/IKV-Gruppe

Was ist Medical History Disregarded (MHD)?

In der internationalen und europäischen Krankenversicherung (IKV, EUKV) ist MHD neben dem Moratorium und der vollen Gesundheitsprüfung (FMU) eines der gängigen Aufnahmeverfahren. Der englische Begriff bedeutet wörtlich, dass die medizinische Vorgeschichte nicht berücksichtigt wird.

Anders als bei FMU gibt es keinen individuellen Gesundheitsfragebogen und keine Einzelprüfung jeder Vorerkrankung. Anders als beim Moratorium gibt es keine Wartezeit, nach der Vorerkrankungen erst mitversichert werden. Der Versicherer akzeptiert die Gruppe als Ganzes und trägt das Risiko kollektiv.

Wichtig: „Disregarded" heißt nicht „alles ohne Limit". Leistungen richten sich weiterhin nach den AVB und Tarifdefinitionen. Manche Versicherer bieten auch LMHD (Limited MHD) an — dann können schwere Vorerkrankungen ausgeschlossen bleiben.

Wie funktioniert MHD bei Gruppenverträgen?

Gruppenabschluss statt Einzelprüfung
Der Arbeitgeber oder Organisator schließt einen Gruppenvertrag ab — nicht jedes Mitglied wird einzeln unterwritet

Kein Gesundheitsfragebogen pro Person
In der Regel müssen Mitglieder keine Krankengeschichte offenlegen — Onboarding ist administrativ einfacher

Vorerkrankungen oft sofort mitversichert
Typisch: Behandlungen für Vorerkrankungen sind von Anfang an erstattungsfähig — soweit im Tarif vorgesehen (Details im Vertrag)

Mindestgruppengröße prüfen
Versicherer setzen Schwellen — z. B. ab 10 Köpfen bei Allianz Care. Kleinere Gruppen: ggf. nur Conditional MHD mit Fragebogen

Wir klären Bedarf, passende Tarife und nächste Schritte — kostenlos und unverbindlich.

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MHD, Moratorium oder FMU — was ist der Unterschied?

Drei gängige Underwriting-Modelle bei EU- und internationaler KV:

MHD, Moratorium oder FMU — was ist der Unterschied?
MerkmalMHD (Medical History Disregarded)MoratoriumFMU (Full Medical Underwriting)
GesundheitsfragebogenNein (Vorgeschichte ignoriert)NeinJa (volle Angaben)
VorerkrankungenOft sofort mitversichertWartezeit , dann ggf. mitversichertEinzelprüfung — Annahme, Zuschlag oder Ausschluss
Typischer EinsatzGruppenverträge (Arbeitgeber)Einzel + Gruppe, schneller AbschlussEinzel mit komplexer Vorgeschichte
KostenMeist höchste PrämieMittelVariabel (Zuschlag möglich)

Welches Modell passt, hängt von Gruppengröße, Budget und Gesundheitslage ab. Entscheidungshilfe: Moratorium oder FMU? — MHD ergänzt das Trio vor allem im Gruppenkontext.

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Gruppengröße, Conditional MHD und LMHD

MHD klingt einfach — in der Praxis gibt es Varianten und Schwellen:

  • Mindestgruppengröße: Viele Versicherer bieten klassisches MHD erst ab einer bestimmten Zahl versicherter Personen an (z. B. 10+ bei Allianz Care) — vertraglich prüfen.
  • Conditional MHD: Bei kleineren Gruppen (z. B. 5–9 Personen) kann der Versicherer Fragebögen verlangen und entscheiden, ob MHD gewährt wird.
  • LMHD (Limited MHD): Eingeschränkte Form — schwere oder teure Vorerkrankungen können trotz MHD-Label ausgeschlossen bleiben. Vertragswortlaut lesen.
  • Teilnahmequote: Bei Gruppenverträgen kann eine Mindestbeteiligung der Belegschaft vorgeschrieben sein — Details im Gruppenantrag.

Wann ist MHD sinnvoll?

MHD lohnt sich besonders im Gruppenkontext:

  • Sie wollen Vorerkrankungen ohne Wartezeit absichern — Moratorium wäre zu restriktiv
  • Sie brauchen ein starkes Benefits-Signal für internationale Fachkräfte, Expats und Auswanderer
  • Die Gruppe ist groß genug, dass Versicherer MHD-Konditionen anbieten
  • Sie akzeptieren höhere Prämien zugunsten von Planungssicherheit und einfachem Onboarding

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MHD bei EUKV, IKV und Einzelabschluss

Bei der Internationalen Krankenversicherung (IKV) und der Europäischen Krankenversicherung (EUKV) ist MHD ein Gruppen-Underwriting-Modell. Für Expats, Auswanderer und digitale Nomaden gilt: MHD meist nur über den Arbeitgeber; ohne Gruppe eher Moratorium oder FMU.

Wer keine Krankenversicherung hat, findet MHD in der Regel nicht als Direktangebot — siehe Ohne KV — was tun? für Einzeloptionen.

In der deutschen PKV gilt die Anzeigepflicht nach § 199 VVG — ein anderes System als MHD in internationalen Gruppenverträgen.

Grenzen und Risiken

  • Nicht für jeden verfügbar: MHD ist kein Standard-Einzelprodukt — Gruppenkontext und Mindestgröße sind entscheidend.
  • Tarifabhängig: LMHD, Conditional MHD und Leistungsausschlüsse variieren je Versicherer.
  • Kosten: Höhere Prämien und Renewal-Risiken bei kleinen Gruppen sind möglich — Nachhaltigkeit in der Beratung klären.
  • Leistungen und Underwriting: Annahme und Konditionen trifft der jeweilige Versicherer — Tarife und Fristen können abweichen.

Quellen & Stand

  • § 199 VVG — Anzeigepflicht (Kontrast deutsche PKV): gesetze-im-internet.de
  • § 203 VVG — Folgen bei Verletzung der Anzeigepflicht: gesetze-im-internet.de
  • BaFin — Aufsicht Versicherungen (Rahmen): bafin.de
  • Allianz Care — Moratorium vs. Medical History Disregarded (Employer): allianzcare.com
  • Allianz Care — Underwritten Group Scheme (Conditional MHD): allianzcare.com
  • Vitality UK — Medical Underwriting Explained (MHD): vitality.co.uk

Stand: Juli 2026. Sachstand zu Vertragspraxis, keine Rechtsberatung.

Weiterführende Themen

  • Gesundheitsprüfung & Annahme — Moratorium, FMU und MHD im Vergleich
  • Moratorium in der Krankenversicherung
  • FMU (Full Medical Underwriting)
  • Vergleich Moratorium oder FMU?
  • Internationale Krankenversicherung (IKV)
  • Europäische Krankenversicherung (EUKV)
  • Krankenversicherung für Expats
  • Krankenversicherung für Auswanderer
  • Krankenversicherung für digitale Nomaden
  • Wissens-Übersicht

Krankenversicherung nach Land

  • Krankenversicherung in den USA
  • Krankenversicherung in den VAE
  • Krankenversicherung im Vereinigten Königreich

Häufige Fragen zu MHD

Was bedeutet MHD in der Krankenversicherung?
MHD steht für Medical History Disregarded — die Krankengeschichte wird nicht einzeln geprüft. Vorerkrankungen können von Anfang an mitversichert sein, typischerweise bei Gruppenverträgen.
Was ist der Unterschied zwischen MHD und Moratorium?
Beim Moratorium gibt es Wartezeiten für Vorerkrankungen. Bei MHD entfällt diese Wartezeit — Vorerkrankungen sind oft sofort mitversichert. MHD ist meist nur bei Gruppen verfügbar.
Was ist der Unterschied zwischen MHD und FMU?
Bei FMU füllen Sie einen Gesundheitsfragebogen aus und erhalten eine individuelle Entscheidung. Bei MHD wird die Vorgeschichte nicht bewertet — der Versicherer übernimmt das Risiko der Gruppe.
Kann ich MHD als Einzelperson abschließen?
Selten. MHD ist überwiegend ein Gruppen-Modell (z. B. über den Arbeitgeber). Einzelpersonen prüfen eher Moratorium oder FMU.
Ab welcher Gruppengröße gibt es MHD?
Das ist versichererabhängig. Bei Allianz Care z. B. oft ab 10 versicherten Personen; kleinere Gruppen erhalten ggf. nur Conditional MHD mit Fragebogen.
Sind bei MHD alle Vorerkrankungen mitversichert?
Oft ja, soweit sie in den Standardleistungen des Tarifs fallen. Bei LMHD (Limited MHD) können schwere Erkrankungen ausgeschlossen bleiben — Vertrag lesen.
Ist MHD teurer als Moratorium oder FMU?
Meist ja. Der Versicherer trägt das Gesamtrisiko der Gruppe ohne Einzelprüfung — die Prämie spiegelt das wider. Genaue Beiträge sind tarifabhängig.
Gilt MHD auch in der gesetzlichen Krankenversicherung?
Nein. MHD ist ein Modell privater EU- und internationaler Tarife, vor allem im Gruppenkontext.
MHD, Moratorium oder FMU — was ist besser?
Das hängt von Gruppengröße, Budget und Gesundheitslage ab. MHD für Gruppen mit Vorerkrankungen und ohne Wartezeit. Moratorium für schnellen Einzelabschluss. FMU für individuelle Klarheit bei komplexer Vorgeschichte. Zur Einordnung siehe Moratorium oder FMU?

Aktualisiert: 07.09.2026 · Impressum · Vermittlerregister-Nr. D-KTHY-CWWOV-84 (§ 34d Abs. 1 Gewerbeordnung), Aufsicht: Industrie- und Handelskammer Hannover

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